SSV Ludwigshafen Fliegen in der Rheinebene

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Erster Wellenflug – und das im Schwarzwald!

Christian Müller berichtet:

„Nach schier endlosem Warten auf meinen ersten Wellenflug bot sich endlich am Sonntag, 25.02.2018, eine Gelegenheit. Starker Ostwind und gute Wellenlagen die Tage zuvor ließen hoffen.

Früh morgens, der Wecker klingelt um halb sechs, als Frühstück eine Banane und ein Apfel, keine Zeit, drei Schokoriegel als Proviant. Los geht’s, der erste Start soll bereits um 07:00 Uhr raus.

06:30 Uhr am Fluggelände, alles ist finster und bitterkalt, es sind wohl so um die -10° C. Nach ein paar Schwierigkeiten ging der erste Start dann doch deutlich verzögert gegen 08:00 Uhr in Richtung Odenwald raus. Nach viel Gekämpfe in der schwachen Welle und den Rotoren darunter wurde schnell klar, dies wird hier nix, also zurück zum Platz.

Nach zwei Kaffee und Studieren der einschlägigen Wetterberichte und Flighttracking-Seiten ging der 2. Schlepp in Richtung Schwarzwald, zuerst im Reisetempo bis nach Bruchsal, dann im Gleitflug bis nach Gaggenau. Dort bot sich uns ein völlig anderes Bild. Die Welle war hier deutlich ausgeprägter und trug uns bis etwa 2.700 m, bei der Hornisgrinde später auf knappe 4.000 m.

Eine Freigabe gab es seitens des Fluginformationsdienstes FIS im Segelflugsektor Murgtal bis FL140. Von dort aus folgte ein beeindruckender Flug quer über dem nördlichen Schwarzwald mit allem was (für mich) dazugehört. Freier Blick auf die Alpen, Vogesen und das Schweizer Jura, tolle Landschaften unter uns, tolle „Nachbarn“ in diversen Segelflugzeugen und nicht zuletzt eine Unzahl an belebten Skipisten unter uns.

Nach gut 4,5 Stunden wagten wir den ersten Versuch einer Heimreise aus knapp 4.000 m Höhe mit mäßigem Erfolg. Von der Hornisgrinde aus Richtung Gaggenau ging es stark bergab, dort angekommen nur mäßig nach oben. Also nochmals zurück, um dort Höhe zu tanken und direkt abzufliegen. Auf dem Heimweg haarscharf vorbei an beschränkten Lufträumen, auf Höhe Speyer nochmals 200 m Thermik gekurbelt (ja, wirklich!) und in guten 1.000 m über dem Flugplatz angekommen. Kurz noch mit Spaß Höhe vernichtet, die Landung mit viel Wind gut gemeistert, halb erfroren ausgestiegen, aufwärmen, ab ins Bett!

Danke an Peter für diesen traumhaften ersten Wellenflug, für die super Aussichten unterwegs, die Schmerzen in den Füßen und die lehrreichen Ratschläge!“

Ungeahnte Höhen

Johannes Dibbern berichtet: „Am 14. und 15. November hatten wir wieder die Möglichkeit, in der Region Welle zu fliegen. Nachdem man bereits am Samstag bis auf 5.200 Meter steigen konnte, hatte es der Sonntag erst recht in sich.

Mit Skihose und mehreren Lagen Pullovern ausgerüstet, startete ich und ließ mich direkt in die Primärwelle schleppen. Nach dem Ausklinken ging es sofort laminar mit etwa 1,5 m/s weiter nach oben und ich konnte das beste Steigen wie auch am Vortag über Lachen-Speyerdorf ausmachen und „stand“ mit meinem Flugzeug bei ca. 100 km/h Gegenwind fast bewegungslos auf der Stelle.

In 2.800 Meter schaltete ich die Sauerstoffversorgung an und erhielt die erste Freigabe von der Flugsicherung, um bis etwa 5.500 Meter weiter zu steigen. Dort erhielt ich dann die nächste Freigabe bis 6.500 Meter. Während des Steigfluges konnte ich zuhören, wie sich immer mehr Segelflieger eine Freigabe holten und ab und zu warnten die Fluglotsen, man solle nicht nach Frankreich hineinfliegen oder aufpassen, nicht in den abfliegenden Verkehr Frankfurts zu geraten.

Oben angekommen, fing ich an die Lenti in etwa 6.000 Meter Höhe Richtung Grünstadt abzufliegen und drehte dort wieder Richtung Süden, um bis nach Schweighofen zu fliegen. Über Lachen erwartete mich dann das vorher verlassene Steigen und es ging wieder von 5.900 Meter auf 6.300 Meter.

Nach der Wende über Schweighofen war mir dann so kalt (die Außentemperatur betrug nur -17° C), dass ich entschloss, langsam abzusteigen. Mit 150 km/h angezeigter und 225 km/h tatsächlicher Geschwindigkeit glitt ich bis etwas nördlich von Grünstadt und wechselte dann in etwa 3.500 Meter in die Sekundärwelle. Von dort flog ich zurück zum Platz und in der Platzrunde noch ein bisschen rückwärts :-)

Dass an diesem Tag noch deutlich mehr möglich war, zeigten Tomek Ziarko (AC Heppenheim) mit einem neuen Höhenrekord von über 9.000 Metern (Freigabe bis Flugfläche 300!) und Jan Hertrich (SFG Giulini) mit knapp 8.000 Metern. Peter Mangold ließ es sich nicht nehmen, zwischen Wellenflug (Pfälzerwald) und Hangflug (Odenwald) hin- und her zu wechseln.“

Meine Eindrücke des Tages habe ich in einem Video zusammengefasst:

Weihnachtswelle 2014

Johannes Dibbern berichtet: „Bereits eine Woche vorher konnte man es anhand der Wetterberichte erahnen: Es würde in den Tagen vor Weihnachten Welle geben. Am Wochenende wurden dann bereits die ersten Flüge unternommen. Für die folgenden Tage wurden dann alle Fluglehrer, die nicht arbeiten mussten, zusammentelefoniert und ein Flugbetrieb organisiert.

Am Montag, 22.12.2014, konnte man bereits auf der Fahrt zum Flugplatz die Welle erkennen und um halb 9 begann das Ausräumen.

Wie vorhergesagt riss die Wolkendecke um 11 Uhr zwischen den Wellenbergen auf und wir konnten starten. Zuerst starteten Peter Franke und ich in der DG-1000T, dann Ralf Bock in der Hornet, Peter Mangold und Konstantin Dibbern im Duo Discus und zuletzt Dominic Sailler und Gerhard Guhmann in der ASK21.

Bereits im Schlepp konnte man die Stärke der Welle spüren, was die Schlepps schön kurz und preiswert hielt. Nach dem Ausklinken in etwa 800m Höhe stiegen wir direkt weiter auf 2.600 m in der Sekundärwelle, um dann vor in die Primäre Welle zu gleiten. Es stieg durchgängig mit 2-3m/s und wir konnten ordentlich Strecke machen, während wir die Aussicht genossen.

Es gab an diesem Tag verschiedene Taktiken. Die DG-1000 machte Strecke und blieb immer über 2.000 m, während das Team im Duo Discus, sobald es wieder zu einfach wurde, die Bremsklappen zog und bis auf 550 m heruntersank, um sich dann wieder im Rotor hoch zu kämpfen. Am Ende des Tages gegen kurz vor 4 Uhr trafen wir uns mit Klaus zu einem Fotoshooting, bevor wir uns kurz vor Sonnenuntergang wieder an den Abstieg machen mussten.

Am Dienstag, 23.12.2014, gab es wieder Welle, diesmal ohne abschirmende hohe Bewölkung mit blauem Himmel und Sonne. Durch die auf Facebook geposteten Bilder vom Montag lockten wir weitere Segelflieger an. Die ersten, Peter Franke und sein Sohn, schafften es direkt aus der Winde durch Rotorkurbeln in die Welle, während alle anderen per F-Schlepp starteten. Die Welle war nicht so stark wie am Vortag und konnte deshalb nicht für große Strecken genutzt werden. Die weiteste zurückgelegte Strecke waren 150 statt wie am Montag 380 Kilometer. Durch die Sonneneinstrahlung war es deutlich wärmer im Cockpit, man genoss einfach die Aussicht und traf sich zu weiteren Fotoshootings.“