SSV Ludwigshafen Fliegen in der Rheinebene


Ungeahnte Höhen

Johannes Dibbern berichtet: „Am 14. und 15. November hatten wir wieder die Möglichkeit, in der Region Welle zu fliegen. Nachdem man bereits am Samstag bis auf 5.200 Meter steigen konnte, hatte es der Sonntag erst recht in sich.

Mit Skihose und mehreren Lagen Pullovern ausgerüstet, startete ich und ließ mich direkt in die Primärwelle schleppen. Nach dem Ausklinken ging es sofort laminar mit etwa 1,5 m/s weiter nach oben und ich konnte das beste Steigen wie auch am Vortag über Lachen-Speyerdorf ausmachen und „stand“ mit meinem Flugzeug bei ca. 100 km/h Gegenwind fast bewegungslos auf der Stelle.

In 2.800 Meter schaltete ich die Sauerstoffversorgung an und erhielt die erste Freigabe von der Flugsicherung, um bis etwa 5.500 Meter weiter zu steigen. Dort erhielt ich dann die nächste Freigabe bis 6.500 Meter. Während des Steigfluges konnte ich zuhören, wie sich immer mehr Segelflieger eine Freigabe holten und ab und zu warnten die Fluglotsen, man solle nicht nach Frankreich hineinfliegen oder aufpassen, nicht in den abfliegenden Verkehr Frankfurts zu geraten.

Oben angekommen, fing ich an die Lenti in etwa 6.000 Meter Höhe Richtung Grünstadt abzufliegen und drehte dort wieder Richtung Süden, um bis nach Schweighofen zu fliegen. Über Lachen erwartete mich dann das vorher verlassene Steigen und es ging wieder von 5.900 Meter auf 6.300 Meter.

Nach der Wende über Schweighofen war mir dann so kalt (die Außentemperatur betrug nur -17° C), dass ich entschloss, langsam abzusteigen. Mit 150 km/h angezeigter und 225 km/h tatsächlicher Geschwindigkeit glitt ich bis etwas nördlich von Grünstadt und wechselte dann in etwa 3.500 Meter in die Sekundärwelle. Von dort flog ich zurück zum Platz und in der Platzrunde noch ein bisschen rückwärts :-)

Dass an diesem Tag noch deutlich mehr möglich war, zeigten Tomek Ziarko (AC Heppenheim) mit einem neuen Höhenrekord von über 9.000 Metern (Freigabe bis Flugfläche 300!) und Jan Hertrich (SFG Giulini) mit knapp 8.000 Metern. Peter Mangold ließ es sich nicht nehmen, zwischen Wellenflug (Pfälzerwald) und Hangflug (Odenwald) hin- und her zu wechseln.“

Meine Eindrücke des Tages habe ich in einem Video zusammengefasst: